Eine faire Lösung für alle

Für Familienunternehmen ist die Nachfolgeregelung häufig eine große Herausforderung. Besonders schwierig wird die Situation, wenn sich die Gesellschafter nicht einig sind. Beispielhaft dafür ist der Fall eines Zulieferers der Automobilindustrie, bei dem die Unternehmenseigner sehr unterschiedliche Vorstellungen hatten. MPower wurde beauftragt, einen Käufer zu suchen, und entwickelte in einer nicht einfachen Gemengelage eine faire Lösung für alle Beteiligten.

Das in einem speziellen Nischensegment der Zulieferindustrie tätige Unternehmen besitzt eine mehr als 100-jährige Tradition und einen ausgezeichneten Ruf in der Branche. Auf modernen, vollautomatischen Produktionsanlagen wird profitabel gefertigt und jährlich ein Umsatz von rund 20 Millionen Euro erzielt.

INVESTIEREN ODER VERKAUFEN?

Alle sechs Gesellschafter, einschließlich des geschäftsführenden Gesellschafters, stammen aus einer Familie. Zwischen den Eigentümern bestehen unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der Weiterentwicklung des Unternehmens. Während der Geschäftsführer erhebliche Investitionen plant, lehnen das einige Mitgesellschafter ab. Aufgrund der entstandenen Pattsituation entscheiden die Gesellschafter, das Unternehmen zu veräußern. Die Kaufpreiserwartungen sind seitens der nicht im Unternehmen tätigen Gesellschafter sehr hoch. Der geschäftsführende Gesellschafter plant, nach einem Verkauf auszuscheiden und nur für eine Übergangszeit als Berater zur Verfügung zu stehen. MPower wird beauftragt, das Unternehmen zu 100 Prozent zu veräußern.

DER ABSCHLUSS BLEIBT AUS

Nach der internen und externen Analyse des Unternehmens erstellt MPower ein ausführliches Informationsmemorandum. Anschließend wird ein mit den Gesellschaftern abgestimmter Interessentenkreis kontaktiert. Dazu gehören mehr als 80 in- und ausländische Wettbewerber, Unternehmen vor- und nachgelagerter Fertigungsstufen sowie ausgewählte Finanzinvestoren. Die Resonanz auf die Investorenansprache bleibt jedoch gering, da das Unternehmen in einem Nischenmarkt tätig ist. Auch das geplante Ausscheiden des Geschäftsführers und der zu hohe Kaufpreis schrecken Investoren ab. Nur mit drei potenziellen Interessenten konnten vertiefende Gespräche geführt werden. Doch es kommt zu keinem Abschluss.

WAS WÄRE NOCH DENKBAR?

In der Folge zeigt MPower den Gesellschaftern die verbleibenden Handlungsoptionen auf. Die Aussichten, noch andere Kaufinteressenten zu finden, schätzen die Berater als gering ein. Eine Chance könnte bei einem auf Management-Buy-in spezialisierten Finanzinvestor bestehen – allerdings zu einem deutlich geringeren Preis. Auch könnte – als Teillösung – eine Tochtergesellschaft veräußert werden, an der zwei Wettbewerber Interesse signalisiert haben.

EINVERNEHMLICHE LÖSUNG

Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse kann MPower den Gesellschaftern aufzeigen, dass deren Erwartungen hinsichtlich des Unternehmenswertes unter den gegebenen Umständen und Rahmenbedingungen nicht realisierbar sind. Daraufhin entschließt sich der geschäftsführende Gesellschafter, den Mitgesellschaftern ein Angebot zur Übernahme sämtlicher Geschäftsanteile zu unterbreiten. Die Gesellschafter verständigen sich auf einen für den geschäftsführenden Gesellschafter finanzierbaren und fairen Kaufpreis. Dieser liegt deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen der Mitgesellschafter. Die so – auch im Interesse des Unternehmens und der Beschäftigten – gefundene Lösung war nur möglich, weil es MPower gelungen ist, als neutraler Berater das Vertrauen aller Gesellschafter zu gewinnen und die Gespräche auf einer Sachebene zu moderieren.